Das Konzept „Erprobungsstufe“

Die Klassen 5 und 6 bilden eine besondere pädagogische Einheit: die „Erprobungsstufe“. Anknüpfend an die Arbeitsweisen in der Grundschule werden die Kinder in diesen zwei Jahren an die Unterrichtsmethoden und Lernangebote des Gymnasiums herangeführt. Dabei beobachten wir Lehrerinnen und Lehrer ihre Lernentwicklung, um in Zusammenarbeit mit den Eltern die Entscheidung über die gymnasiale Eignung zu sichern.
Die Leitziele unserer pädagogischen Arbeit sehen wir in der individuellen Lernentwicklung unserer Schüler, dem Aufbau von Lern- und Methodenkompetenz sowie der Entfaltung ihrer Persönlichkeit und der Entwicklung sozialer Kompetenzen.
Beim Übergang auf ein Gymnasium begegnen die Kinder viel Neuem: der Größe der Schule, der Vielzahl der Schülerinnen und Schüler, denen sie täglich begegnen, einer anderen Lernatmosphäre, dem erhöhten Lehrerwechsel aufgrund des Fachlehrerprinzips. Je nach Persönlichkeitsstruktur sieht ein Kind diesem Neuanfang mit Neugier, Gelassenheit, Spannung oder auch Angst entgegen. Der kontinuierliche Dialog mit den Eltern, aber auch das Gespräch mit den Kindern sind uns deshalb sehr wichtig. Veranstaltungen zum Kennenlernen sollen den Übergang erleichtern.

Ankommen in der neuen Schule

Tag der offenen Tür

Am „Tag der offenen Tür“ stellen wir unser Gymnasium mit seinem Angebot, seinen pädagogischen Schwerpunkten und seinen Menschen den Eltern und Grundschulkindern der 4. Klassen vor.
8.30 Uhr Begrüßung der Besucher im Speisesaal unseres Internats
8.40 Uhr: Schnupperunterricht“ für die Viertklässler
Anschließend haben die Kinder Gelegenheit, an einem vielfältigen Workshop-Angebot teilzunehmen und dabei unser Fächerangebot kennenzulernen. Die Eltern sind herzlich eingeladen, ihre Kinder zu begleiten, das Schulgelände kennenzulernen, sich im Speisesaal und dem Forum über unser schulisches und außerschulisches Angebot zu informieren und mit den Lehrerinnen und Lehrern unserer Schule ins Gespräch zu kommen oder sich bei einer Tasse Kaffee und Kuchen mit anderen Eltern auszutauschen.

Kennenlernnachmittag

Drei bis vier Wochen vor Beginn des neuen Schuljahres laden wir unsere zukünftigen Fünftklässler an einem Nachmittag ein, damit sie ihre neuen Mitschüler, den/die Klassenlehrer/in, ihren Klassenraum und das Schulgelände kennen lernen können. Die Eltern bekommen Informationen über den Schulstart und können sich ebenfalls bei Kuchen und Kuchen kennenlernen.

Der 1. Schultag am EKG

Der erste Schultag beginnt mit einem gemeinsamen Gottesdienst und einer Begrüßung der „Neuen“ im Rahmen einer festlichen Veranstaltung im Speisesaal. Im Anschluss daran findet ein „Starttag“ mit dem neuen Klassenlehrer bzw. der neuen Klassenlehrerin statt.

Kennenlerntage

Auf den „Starttag“ folgen zwei „Kennenlerntage“. Die gemeinsame Gestaltung des neuen Klassenzimmers, eine Kalkuhl-Rallye zum besseren Kennenlernen der Örtlichkeiten, Kennenlern- und Teambuildingspiele und eine Hinführung zur neuen Arbeitsorganisation sollen das Zusammenwachsen in der Klassengemeinschaft fördern und auf die Anforderungen des Gymnasiums vorbereiten.

Zusammensetzung der neuen Klassen

Bei der Zusammensetzung der Klassen werden in der Regel die Zugehörigkeit zu Grundschulklassen, die Wohngebiete und Schulwege berücksichtigt sowie auf ein möglichst ausgewogenes Verhältnis von Jungen und Mädchen in der Klasse geachtet. Die Klassenstärke beträgt in der Erprobungsstufe 25-26 Kinder.

Individuell fördern und fordern

Erprobungsstufenkonferenzen

Während der Erprobungsstufe finden in Klasse 5 und Klasse 6 jeweils 4 Erprobungsstufenkonferenzen statt, in denen alle Fachlehrerinnen und Fachlehrer der Klasse ausführlich und intensiv über jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler beraten. Unserem Leitgedanken „Fordern und fördern“ entsprechend liegt der Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit darin, den individuellen Lernstand und Lernbedarf des Einzelnen zu erkennen und den Kindern zu helfen, durch Verantwortung für das eigene Lernen ihr Potenzial auszuschöpfen.
Seit Jahren nutzen wir die Gelegenheit, uns in der 3. Konferenz in Klasse 5 mit den ehemaligen KlassenleiterInnen der vorher besuchten Grundschule auszutauschen und über unsere Eindrücke und Erfahrungen zu berichten.

Elternsprechtag

Zusätzlich zu der Möglichkeit, die Fachlehrer während ihrer einmal pro Woche festgelegten Sprechstunde persönlich aufzusuchen, findet nach der 1. Erprobungsstufenkonferenz ein spezieller Sprechtag nur für die Eltern der Schüler und Schülerinnen der Klassen 5 statt, an dem der Klassenlehrer / die Klassenlehrerin die in der ersten Konferenz gesammelten Eindrücke der Kollegen weitergibt und Sie eine frühe Rückmeldung über das Lernverhalten Ihrer Kinder erhalten. Der kontinuierliche Dialog zwischen Eltern und Lehrern ist für uns von äußerster Wichtigkeit.

Feedbackgespräche und Lernplanung

Die Schüler sind es von der Grundschule gewohnt, das eigene Lernen zu reflektieren und zu planen. Dies wird bei uns fortgeführt und erweitert. Ab Klasse 6 ist dafür ein eigener Tag vorgesehen.

Methodenschulung

Bereits in Klasse 5 beginnen wir mit dem an unserer Schule in allen Klassenstufen durchgeführten Training zur Methodenschulung. Neben dem Erwerb von Fachkenntnissen legen wir großen Wert auf den Erwerb von Lerntechniken und Methoden.

Soziale und persönliche Entwicklung

Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und das Miteinander in der Klasse und der Schulgemeinschaft bilden einen weiteren Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit. Sowohl in der Klasse 5 als auch in der Klasse 6 wird den Kindern deshalb eine wöchentliche Unterrichtsstunde zur Verfügung gestellt, in der wir überwiegend mit dem Programm Lions-Quest-Programm „Erwachsen werden“ arbeiten. Hier wird auch Raum für persönliche Anliegen geboten.
Dieses Konzept ist eingebettet in das Sozialcurriculum unserer Schule. Auch die Kennenlerntage zu Beginn der 5. Klasse und die Erlebnisklassenfahrt nach Nettersheim in der 6. Klasse tragen dazu bei. Klassenpaten aus der 9. Jahrgangsstufe helfen den Kindern auf ihrem Weg in die Schulgemeinschaft. Die Möglichkeit zur aktiven Teilnahme an schuleigenen Projekten wie unserem Haiti-Projekt gibt schon den 5-Klässlern Gelegenheit, sich sozial zu engagieren und über den Tellerrand ihrer eigenen Welt hinauszusehen.

Unser Betreuungsangebot

Verlässlicher Unterricht: Unser Schulvormittag beginnt in der Regel um 7:40 Uhr und endet für die Erprobungsstufe um 12.55 Uhr. Nach einer einstündigen Mittagspause zwischen 12:55 Uhr und 13:55 Uhr haben die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, an der Hausaufgabenbetreuung teilzunehmen.
Gestaltung der Mittagspause: Die Schülerinnen und Schüler der Hausaufgabenbetreuung verbringen die Mittagspausen beaufsichtigt auf dem Schulgelände. Auf Wunsch der Eltern können sie auch in der Mittagspause nach Hause gehen.
Zur Verpflegung während der Mittagspause wird im „Kalkuhl-Forum“ ein Mittagessen angeboten, für das sich alle Schülerinnen und Schüler bei Bedarf anmelden können. Bei schönem Wetter lädt das Außengelände der Schule zu Sport und Spiel ein.

Hausaufgabenbetreuung

An allen Wochentagen bietet der schulnahe LOGO-Verein für unsere externen Schülerinnen und Schüler eine Hausaufgabenbetreuung in den Räumen der Schule an. Zudem besteht eine Fördermöglichkeit durch ältere Schülerinnen und Schüler über unser „Schüler-helfen-Schülern“-Programm oder in Förderkursen durch Lehramtsstudierende. Im Anschluss an die Hausaufgabenbetreuung besteht die Möglichkeit zu einer Kuchenpause bis 16.00 Uhr im Speisesaal.

LOGO-Verein

Parallel zur Hausaufgabenbetreuung und im Anschluss an diese bietet der LOGO-Verein vielfältige AGs an. Diese reichen von Sport- und Musikangeboten über kreative AGs bis hin zu Fremdsprachenkursen.

Dr. Claudia Kleinespel (Koordinatorin der Erprobungsstufe)