Präambel

Das Ernst-Kalkuhl-Gymnasium möchte seine Schülerinnen und Schüler in allen Bereichen ihrer Persönlichkeit fördern. Daher ist die Entwicklung von Sozialkompetenz ein ebenso wichtiges Ziel unserer Bildungs- und Erziehungsarbeit wie die Entwicklung von Fachkompetenz und von Lern- und Methodenkompetenz.

Ripplinger, J. In 3 Schritten zu einem Sozialcurriculum. Stuttgart. Verfügbar unter http://www.bildung-staerkt-menschen.de/service/downloads/Sonstiges/Broschuere_Mehrwert_Sozialcurriculum entwickeln.pdf (20.01.2017)

In diesem Bereich der Förderung von Sozialkompetenz sind insbesondere die Entwicklung von Toleranz, Solidarität und Verantwortung entscheidende Ziele. Auf der Basis personaler Kompetenzen, die wir stärken möchten, bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern viele Gelegenheiten, ihre sozialen Kompetenzen im Miteinander und Füreinander zu entwickeln und zu erproben. So lernen sie, mit sich selbst und mit anderen angemessen umzugehen. Dies soll auch in unserem Unterrichtsalltag helfen, klare Regeln und verbindliche Vereinbarungen zu Umgangsformen aufzustellen und einzuhalten.

Unser besonderer Status als Internatsschule, die mehr als andere Schulen nicht nur Lern- sondern auch Lebensraum ist, macht es notwendig, diese Regeln und Vereinbarungen nicht nur für die Unterrichtszeit, sondern auch für den gesamten Tagesablauf zu formulieren. Soziales Lernen findet für unsere Schülerinnen und Schüler in jeder Unterrichtsstunde in jedem einzelnen Fach statt. Unser Sozialcurriculum möchte darüber hinaus die einzelnen Aktivitäten zur besonderen Förderung sozialen Lernens darstellen und aufeinander abstimmen. Es soll eine Grundlage für gemeinsame Diskussionen über soziales Lernen zwischen Kollegium, Eltern, Schülerschaft und außerschulischen Partnern bilden.

Das Sozialcurriculum in der Übersicht

 

Lions-Quest in Klasse 5

Stärkung des Selbstvertrauens und Förderung eines konstruktiven Sozialverhaltens als Mitglied der (Schul-)Gemeinschaft sind Ziele dieses von Lions-Quest für unsere Schüler der Klasse 5 angebotenen Programms, das im Vormittag in eigens dafür vorgesehenen Ergänzungsstunden durchgeführt wird.

Menschen mit Behinderung in Klasse 8

„Es ist normal, verschieden zu sein!“ Diese Auffassung Richard von Weizsäckers zum Umgang mit behinderten Menschen teilen wir uneingeschränkt.

Leider bietet unser verwinkeltes Schulgebäude mit seinen vielen Treppen körperbehinderten Kindern kaum die Möglichkeit, am regulären Schulbetrieb teilzunehmen. Aber wir bemühen uns, unseren Schülern die Augen zu öffnen für die Schwierigkeiten, mit denen behinderte Menschen in unserer Gesellschaft immer noch zu kämpfen haben, und sie zu einem kooperativen, offenen, eben „normalen“ Umgang mit Behinderten zu erziehen.

Deshalb führen wir jeweils im Herbst für alle 8. Klassen Begegnungstage mit behinderten Menschen durch. Bei deren Organisation unterstützen uns Mitglieder des Vereins Selbsthilfe Körperbehinderter Bonn e. V. unter der Leitung unserer ehemaligen Schülerin Christina Gutknecht.
Sie diskutieren mit den Kindern und bauen auf spielerische Weise Vorbehalte und Berührungsängste ab.

Unterrichtlich vor- und nachbereitet werden diese Veranstaltungen in den Fächern Religion und Praktische Philosophie. Ansprechpartnerin ist Frau Bendix.

Forum Buchenwald in Klasse 9

Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 verbringen jeweils zwei Tage in der Jugendbegegnungsstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar, um vor Ort persönliche Eindrücke zu sammeln und das Gelände und die Ausstellungen unter dem Blickwinkel eines ausgewählten Themas zu erschließen. Die Vorbereitung auf diese Themen erfolgt im Unterricht der Fächer Geschichte, Religionslehre und Philosophie.

Der von der Gedenkstätte angebotene ‚Besuch zum forschenden Lernen’ wird von pädagogischen Mitarbeitern des Hauses betreut; sie begleiten die Jugendlichen während der Führungen und Seminare. Die Führungen vermitteln einen Einblick in die Geschichte des Konzentrationslagers, daneben auch in die Geschichte des sowjetischen Internierungslagers  (1945 bis 1950). In den Seminaren können die Teilnehmer anschließend Erlebtes und Erfahrenes aufarbeiten, besprechen und vor dem Hintergrund aktueller Themen und Probleme diskutieren.

Zurück in Bonn werden die Erlebnisse weiter verarbeitet und durch Gespräche und Dokumentationen vertieft.

Ziel der pädagogischen Arbeit in der Gedenkstätte Buchenwald ist ein durch eigenes Erleben entwickeltes Geschichtsverständnis, das aus der Kenntnis der Vergangenheit heraus politisches Bewusstsein prägt. Ansprechpartnerin ist Frau Bendix.

Sozialpraktikum der Jahrgangsstufe 11

Das Private Ernst-Kalkuhl-Gymnasium hat sich zum Ziel gesetzt, neben der schulischen Ausbildung mit dem Ziel des Erlangens der allgemeinen Hochschulreife gleichermaßen auch die Vermittlung erzieherischer Werte und Ideale ins Zentrum seiner Arbeit zu stellen. Dabei sind Toleranz, Gleichstellung von Mädchen und Jungen, Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit und sozialer Verantwortung in einer Atmosphäre von freundlichem und offenem Miteinander die zentralen Aspekte. Bei zahlreichen Projekten und Unternehmungen erfahren die Schülerinnen und Schüler bereits in der Sekundarstufe I immer wieder Situationen, die einen Beitrag zum sozialen Lernen leisten und so die Herausbildung von Toleranz und Empathie unterstützen.

Diese Aspekte sozialen Lernens möchten wir auch in der gymnasialen Oberstufe weiterführen. Die Erfahrung, durch soziales Engagement zwischenmenschliche Begegnungen zu erleben und Grenzsituationen menschlichen Lebens kennen zu lernen, halten wir für Jugendliche dieses Alters für sehr wertvoll. Daher führt das Ernst-Kalkuhl-Gymnasium ab dem Schuljahr 2016/17 ein zweiwöchiges Sozialpraktikum in der Qualifikationsphase I (Jahrgangsstufe 11) durch. Durch das Praktikum, das jeweils kurz vor den Sommerferien stattfindet, erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Arbeitsfelder sozialer und karitativer Einrichtungen und arbeiten dort mit. Insbesondere werden auch Begegnungen mit Bewohnern verschiedener Einrichtungen, Patienten oder Pflegebedürftigen ermöglicht, um so mögliche Berührungsängste und Vorurteile abbauen zu können, sowie Erfahrungen im helfenden Handeln zu gewinnen. Die Form des Blockpraktikums halten wir für geeignet, da sie ein intensives Erleben für die Schülerinnen und Schüler bedeutet. Unterrichtlich ist das Sozialpraktikum an die Fächer Religion und Philosophie angebunden; es wird mittels der Inhaltsfelder der Kernlehrpläne „Handeln in der Gemeinschaft aus dem Glauben heraus“ (ev. Religion), „Was ist ein gutes Leben? – Begriffsbestimmung von Ethik und Moral“ (Philosophie) und „Verantwortliches Handeln aus christlicher Motivation“ (kath. Religion) inhaltlich vorbereitet. Die Schülerinnen und Schüler werden an einer Einrichtung jeweils von einem Lehrer betreut. Eine Nachbereitung findet im Plenum statt.

Mit dem Sozialpraktikum leistet das Ernst-Kalkuhl-Gymnasium einen Beitrag zur Förderung der personalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler, indem ihre Verantwortungsbereitschaft bzw. ihr soziales Engagement und eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben gefördert werden.

Organisatorinnen und zugleich Ansprechpartnerinnen sind Frau Gasenzer, Frau Schäfer-Zipper und Frau B. Thomas.

Sozialtag und andere Haiti-Aktionen

Einmal jährlich führt unsere Schule einen Sozialtag durch. Damit sollen unsere Schülerinnen und Schüler dazu beitragen, dass auch den Kindern in an unserer Partnerschule in Cap Haitien (Haiti) der Schulbesuch ermöglicht wird. Am Tag, der eigentlich aufgrund der mündlichen Abiturprüfungen unterrichtsfrei wäre, „jobben“ daher alle Schülerinnen und Schüler des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums für diesen guten Zweck. Durch die Einnahmen aus dem Sozialtag können sie gemeinsam einen großen Teil der Lehrergehälter unserer Partnerschule erarbeiten, ohne die ein regelmäßiger Unterricht dort nicht gewährleistet werden könnte.

Darüber hinaus tragen im Verlauf des Schuljahres weitere Aktionen wie Schulfestaktivitäten, Rheinauenflohmarkt, Plätzchenbacken für den Oberkasseler Weihnachtsmarkt und vieles mehr dazu bei, dass wir unsere Partnerschule ideel wie finanziell weiter unterstützen können. Die Koordination liegt in den Händen des schulinternen Vereins „Integer-die eine Welt“.  Ansprechpartnerin ist Frau Willcke.

Erst- und Sporthelfer

Schülerinnen und Schüler der Stufen 9, E10, Q1 und Q2 durch einen Ersthelferlehrgang zum Schulsanitäter ausbilden lassen. Die 25 Schülerinnen und Schüler stehen jeweils zu fünft an einem Tag der Woche als Schulsanitäter bereit. Die Schulsanis verlassen – wenn sie einen Anruf aus dem Lädchen erhalten – ihren Unterricht, um erste Hilfe zu leisten (einzige Ausnahme: während einer Klassenarbeit oder Klausur). Krankenbett, Verbandkasten etc. stehen dafür im Oberstufenraum bereit. Die Schulsanis stehen natürlich auch bei anderen Veranstaltungen (Kennenlernnachmittag der neuen 5er, Sportfest, Schulfest etc.) zur Verfügung oder können bei Bedarf über mich angefordert werden. Sie bekommen jedes Schuljahr eine Urkunde für ihre hervorragende Leistung verliehen. Die Betreuung der Ersthelfer liegt in den Händen von Frau Brohl und Frau Trautsch.

Darüber hinaus können sich Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 9 in einer 30 Ustd. umfassenden Ausbildung in Theorie und Praxis zur Sporthelferin oder zum Sporthelfer nach den Richtlinien der Sportjugend NRW ausbilden lassen. Ziel ist die eigenständige Durchführung von Pausensport und Sport-AGs. Betreut wird die Ausbildung von Frau Schierlitz und Frau Trautsch.

Schüleraustausch

Unsere Schule unterhält einen regelmäßigen Austausch mit Schulen im englischen Stamford sowie in Paris. Ziel des Englandaustauschs und des Frankreichaustauschs  sind nicht zuletzt die Akzeptanz und Wertschätzung von interkulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden sowie die Steigerung der Sozialkompetenz.

Klassenpaten

Je vier Paten aus den Klassen 9A,B,C  betreuen die neuen Klassen 5 und sollen Ansprechpartner für sie sein. Eine Schulung der Paten erfolgt kurz vor den Sommerferien. Sie werden eingesetzt am Kennenlernnachmittag, an den Kennenlerntagen, an Spiel- und Sportnachmittagen u.a.m.