Was ist die „Erprobungsstufe“?

Die Klassen 5 und 6 bilden eine besondere pädagogische Einheit: die „Erprobungsstufe“. Anknüpfend an die Arbeitsweisen in der Grundschule werden die Kinder in diesen zwei Jahren an die Unterrichtsmethoden und Lernangebote des Gymnasiums herangeführt. Dabei beobachten wir Lehrerinnen und Lehrer ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten mit dem Ziel, die Entscheidung über die Eignung für die Schulform „Gymnasium“ in Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten zu sichern.

Die Leitziele unserer pädagogischen Arbeit sehen wir in der individuellen Lernentwicklung unserer Schüler, der Entfaltung ihrer Persönlichkeit sowie im Aufbau von Lern- und Methodenkompetenz.  „Fordern und fördern“ am Ernst-Kalkuhl-Gymnasium heißt, unsere Schüler dazu anzuleiten, durch Verantwortung für das eigene Lernen ihre Potenziale auszuschöpfen.

Beim Übergang auf ein Gymnasium begegnen die Kinder viel Neuem: der Größe der Schule, der Vielzahl der Schülerinnen und Schüler, denen sie täglich begegnen, einer anderen Lernatmosphäre, dem erhöhten Lehrerwechsel aufgrund des Fachlehrerprinzips. Je nach Persönlichkeitsstruktur sieht ein Kind diesem Neuanfang mit Neugier, Gelassenheit, Spannung oder auch Angst entgegen.

Wie begegnen wir den neuen Schülern?


Tag der offenen Tür

Am „Tag der offenen Tür“ öffnen wir für Eltern und Grundschulkinder der 4. Klassen alle Türen unseres Gymnasiums:

8.30 Uhr:            Begrüßung der Besucher im Speisesaal unseres Internats

8.40 Uhr:            „Schnupperunterricht“ für die Viertklässler

ab 9.20 Uhr:       Besuche in vielfältigen Unterrichtsangeboten (Workshops, offene Proben etc.)

9.00 Uhr – 12.00 Uhr:  Schulleitung, Internatsleitung und Lehrer/innen stehen in Einzelgesprächen zur Beratung und zur Beantwortung individueller Fragen zur Verfügung.

Kennenlernnachmittag

Drei bis vier Wochen vor Beginn des neuen Schuljahres laden wir unsere „zukünftigen Fünftklässler“ an einem Nachmittag ein, damit sie ihre neuen Mitschüler, den/die Klassenlehrer/in, ihren Klassenraum und das Schulgelände kennen lernen können.

Der 1. Schultag am Gymnasium

Der erste Schultag beginnt mit einem gemeinsamen Gottesdienst und einer Begrüßung der „Neuen“ im Rahmen einer Schulversammlung. Im Anschluss daran findet ein „Starttag“ mit dem neuen Klassenlehrer bzw. der neuen Klassenlehrerin statt.

Kennenlerntage

Auf den „Starttag“ folgen zwei „Kennenlerntage“. Die gemeinsame Gestaltung des neuen Klassenzimmers, eine Kalkuhl-Rallye zum besseren Kennenlernen der neuen Örtlichkeiten sowie eine gemeinsame Aktivität in der näheren Umgebung sollen das Zusammenwachsen in der Klassengemeinschaft fördern.

Zusammensetzung der neuen Klassen

Bei der Zusammensetzung der Klassen werden die Zugehörigkeit zu Grundschulklassen, die Wohngebiete und Schulwege berücksichtigt sowie auf ein möglichst ausgewogenes Verhältnis von Jungen und Mädchen in der Klasse geachtet. Wenn möglich, berücksichtigen wir gerne Wünsche für die Zuordnung zu einer bestimmten Klasse.

 

Wie unterstützen wir eine positive Entwicklung unserer Schüler in der Erprobungsstufe?


Erprobungsstufenkonferenzen

Während der Erprobungsstufe finden in Klasse 5 und Klasse 6 jeweils 4 Erprobungsstufen-konferenzen statt, in denen alle Fachlehrerinnen und Fachlehrer der Klasse ausführlich und intensiv über jede einzelne Schülerin bzw. jeden einzelnen Schüler beraten. Unserem Leitgedanken „Fordern und fördern“ entsprechend liegt der Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit darin, den individuellen Lernstand und Lernbedarf des Einzelnen zu erkennen.

Seit Jahren nutzen wir die Gelegenheit, uns in der 3. Konferenz in Klasse 5 mit den ehemaligen KlassenleiterInnen der vorher besuchten Grundschule auszutauschen und über unsere Eindrücke und Erfahrungen zu berichten.

 

Elternsprechtag

Zusätzlich zu der Möglichkeit, die Fachlehrer während ihrer einmal pro Woche festgelegten Sprechstunde persönlich aufzusuchen, findet nach der 1. Erprobungsstufenkonferenz ein spezieller Sprechtag nur für die Eltern der Schüler und Schülerinnen der Klassen 5 statt, an dem der Klassenlehrer / die Klassenlehrerin die in der ersten Konferenz gesammelten Eindrücke der Kollegen weitergibt und Sie eine frühe Rückmeldung über das Lernverhalten Ihrer Kinder erhalten. Der kontinuierliche Dialog zwischen Eltern und Lehrern ist für uns von äußerster Wichtigkeit.

 

Lehrerteams

Die in der Erprobungsstufe unterrichtenden Lehrer werden unter sorgfältiger Beachtung der pädagogischen Erfordernisse ausgewählt, d.h., es werden nur Kollegen eingesetzt, die sich diese Aufgabe ausdrücklich gewünscht haben. Der Unterricht wird darüber hinaus auf möglichst wenig Lehrer verteilt, so dass sich die Kinder nicht auf zu viele neue Lehrerpersönlichkeiten einstellen müssen.

In der Tages- und Internatsschulklasse arbeitet ein Team aus Klassenleiter und Internatspädagoge eng zusammen.

 

Methodenschulung

Bereits in Klasse 5 beginnen wir mit dem an unserer Schule in allen Klassenstufen durchgeführten Training zur Methodenschulung. Neben dem Erwerb von Fachkenntnissen legen wir großen Wert auf den Erwerb von Lerntechniken und Methoden, die wir im Rahmen von Methodentagen zum Thema „Lernen lernen“ vermitteln.

 

Das individuell gestaltbare Unterrichts- und Betreuungsangebot

Klassische Halbtagsschule  „von acht bis eins“ (Klasse 5)

Die schulische Nachbetreuung (Hausaufgaben) wird von der Familie geleistet.

  

Ab Klasse 6 wird einmal wöchentlich Nachmittagsunterricht erteilt, für die Jahrgangsstufen 7 – 9 sind jeweils  zwei lange Schultage vorgesehen.

  

Gestaltung der Mittagspause

Alle Schüler der Klassen 5 – 9, die am Nachmittag Unterricht haben, verbringen die Mittagspause beaufsichtigt auf dem Schulgelände. Das Ernst-Kalkuhl-Gymnasium macht hierzu ein breites Angebot:

Wir räumen unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit ein,  während der Mittagspause im eigenen Klassenraum zu bleiben. Dort können mitgebrachte kalte Speisen verzehrt werden.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich am Ende der Unterrichtsvormittags bzw. nach der Einnahme des Essens in der Schule aufzuhalten. Dort wird ein pädagogisch ausgebildeter Mitarbeiter der Diakonie Bonn Beschäftigungsangebote für die Mittagspause vorhalten. Sollte der Vormittagsunterricht in Klassen 5 bis 9 – beispielsweise wegen Erkrankung des Lehrers – in der 6. Stunde vertreten werden müssen, so wird dieser Mitarbeiter diese Klasse bereits früher betreuen.  Wann immer es das Wetter erlaubt, sollen die Schüler auf den weitläufigen Grünflächen des Schulgeländes miteinander spielen können.

Unterricht am Vormittag (und Nachmittag)  mit anschließender Betreuung

Im Anschluss an den Vormittagsunterricht wird das Mittagessen im „Kalkuhl-Forum“ eingenommen.

Die Hausaufgabenbetreuung erfolgt durch die Helferinnen und Helfer des LOGO-Vereins .

Tages- und Internatsschulklasse

Eine Lerngruppe von 15 bis maximal 20 Schülern wird am Unterrichtsvormittag und teilweise am Nachmittag unterrichtet und anschließend von einem Pädagogen im Silentium bis in den frühen Abend betreut. Der Schultag endet um 17.45 Uhr oder – falls gewünscht – um 20.10 Uhr. Der monatliche Kostenbeitrag von 750,- €  beinhaltet neben der intensiven Betreuung im kleinen Klassenverband auch die Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Kaffeetrinken, Abendessen) sowie die Teilnahme an sportlichen Freizeitaktivitäten.

Nähere Informationen zur Tagesschule finden Sie hier:   

   

Dr. Claudia Kleinespel (Koordinatorin der Erprobungsstufe)